Matthias Grünert
Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Rätoromanische Sprachwissenschaft am Romanischen Seminar der Universität Zürich
Romanisches Seminar
Zürichbergstrasse 8
CH - 8032 Zürich
+41 (0)44 634 35 46
Matthias.Gruenert[at]access.uzh.ch
Curriculum vitae
Forschungsschwerpunkte
Forschungshighlights
Forschungsprojekte
Publikationen
Curriculum vitae
Dr. Matthias Grünert (1966)
- 1986-1994: Studium der Romanistik (Italienische Sprache und Literatur, Romanische Philologie) und Russistik an der Universität Bern
- 1994-2000: Italienischunterricht und Russischunterricht an Gymnasien in Bern
- 1994-2002: Assistenz bei Prof. Ricarda Liver am Romanischen Seminar/Institut für romanische Philologie der Universität Bern
- 1999-2010: Mitglied der Philologischen Kommission des Dicziunari Rumantsch Grischun
- 2000-2002: Russischunterricht an der Abteilung für angewandte Linguistik der Universität Bern
- 2001: Abschluss der Dissertation «Modussyntax im Surselvischen. Ein Beitrag zur Erforschung der Morphosyntax des Verbs im Bündnerromanischen» (publiziert 2003)
- 2001-2010: Oberassistenz bei Prof. Clà Riatsch am Romanischen Seminar der Universität Zürich
- 2002-2005: Mitarbeit beim Forschungsprojekt «Das Funktionieren der Dreisprachigkeit im Kanton Graubünden» (Institut für Kulturforschung Graubünden, Schweizerischer Nationalfonds, Kulturförderung des Kantons Graubünden, Lia Rumantscha und Pro Grigioni Italiano; Leitung: Prof. Bruno Moretti, Universität Bern)
- 2005-2006: Mitarbeit beim Forschungsprojekt «Grundlagen der Grammatik des Rumantsch Grischun» (Schweizerischer Nationalfonds; Leitung: Prof. Georges Darms, Universität Freiburg)
- 2007-2010: Bearbeitung des Forschungsprojektes «Italianismen im Bündnerromanischen» (Schweizerischer Nationalfonds und Institut für Kulturforschung Graubünden)
- ab 2010: wissenschaftlicher Mitarbeiter, ab 2011: Redaktor am Institut dal Dicziunari Rumantsch Grischun in Chur (www.drg.ch)
- ab 2011: wissenschaftlicher Mitarbeiter für Rätoromanische Sprachwissenschaft am Romanischen Seminar der Universität Zürich
- 9.2012-8.2013: Lehr- und Forschungsrat für Rätoromanisch im Fachbereich Mehrsprachigkeitsforschung und Fremdsprachendidaktik der Universität Freiburg (Schweiz)
Forschungsschwerpunkte
- Diachrone und synchrone Beschreibung des Bündnerromanischen (Lexikologie, Wortbildung, Morphosyntax)
- Sprachkontakt (v.a. Bündnerromanisch – Italienisch)
- Sprachdebatten in Romanischbünden (Purismusdiskussion, regionale Schriftnormen, überregionale Schriftsprache)
- Soziolinguistik des dreisprachigen Kantons Graubünden
- Bündnerromanisch in neuen Medien (SMS-Kommunikation)
Forschungshighlights
Das Funktionieren der Dreisprachigkeit im Kanton Graubünden, Tübingen/Basel 2008 (Romanica Helvetica 127) (Publikation gemeinsam mit Mathias Picenoni, Regula Cathomas und Thomas Gadmer)
Wie leben die drei ungleich starken Sprachen – Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch – im einzigen dreisprachigen Schweizer Kanton zusammen? Angesichts der anhaltenden Marginalisierung der beiden Minderheitensprachen Rätoromanisch und Italienisch erhält die Frage nach dem Funktionieren der Bündner Dreisprachigkeit besondere Brisanz. Die soziolinguistische Studie befasst sich mit dem individuellen Sprachgebrauch, mit Sprachkompetenzen und Einstellungen zu den Sprachen sowie mit der Sprachpraxis der Institutionen. Im Diskurs zu den Sprachen offenbart sich die Spannung zwischen dem Bewusstsein für das kulturelle Erbe und den Postulaten für die Zukunft.
Co coexistan las linguas tradiziunalas dal sulet chantun triling da la Svizra, il tudestg, il rumantsch ed il talian, che sa distinguan ferm areguard lur status? En vista a la marginalisaziun cuntinuanta da las duas linguas minoritaras, il rumantsch ed il talian, daventa la dumonda davart il funcziunament da la trilinguitad grischuna particularmain brisanta. Quest studi sociolinguistic s’occupescha da l’adiever individual da las linguas, da las cumpetenzas linguisticas e da las tenutas envers las linguas sco er da la pratica linguistica da las instituziuns. En il discurs areguard las linguas sa mussa la tensiun tranter la conscienza per l’ierta culturala ed ils postulats per il futur.
Come convivono le lingue autoctone dell’unico cantone trilingue della Svizzera, il tedesco, il romancio e l’italiano, contraddistinti da status molto differenti? Vista la marginalizzazione costante delle due lingue minoritarie, il romancio e l’italiano, la questione sul funzionamento del trilinguismo grigionese risulta particolarmente scottante. Il presente studio sociolinguistico indaga l’uso individuale delle lingue, le competenze linguistiche e gli atteggiamenti verso le varie lingue nonché la pratica linguistica delle istituzioni. Nel discorso sulle lingue si manifesta la tensione fra la coscienza dell’eredità culturale e gli auspici per il futuro.
Modussyntax im Surselvischen. Ein Beitrag zur Erforschung der Morphosyntax des Verbs im Bündnerromanischen, Tübingen/Basel 2003 (Romanica Helvetica 122)
Das Funktionieren der Verbalmodi in einer bündnerromanischen Varietät wird erstmals umfassend dargestellt.
Charakteristisch für das Bündnerromanische ist die Nutzung des Konjunktivs zur Signalisierung einer der sprechenden Person fremden Perspektive (u.a. bei indirekter Rede) und zur Bezeichnung der Eventualität. Das Surselvische erlaubt aufgrund seiner Morphologie eine fast durchweg eindeutige Modusmarkierung sowie die ausdrückliche Bezeichnung der Eventualität und des Imperfekts (Verlauf in der Vergangenheit) in Verbindung mit bestimmten Konjunktivnutzungen.
Die Untersuchung stützt sich auf reiches Belegmaterial aus dem Altsurselvischen (17./18. Jh.) und dem neueren Surselvischen.
Il funcziunament dils modus verbals en in idiom romontsch vegn presentaus per l'emprema gada a vasta moda.
Caracteristic pil romontsch ei ch'ins drova il conjunctiv per signalisar ina perspectiva ch'ei differenta dalla perspectiva dalla persuna che discuora (denter auter el discuors indirect) e per indicar ina eventualitad. Il sursilvan lubescha, a basa da sia morfologia, da marcar quasi adina univocamein il modus e dad indicar expressivamein l'eventualitad ed igl imperfect (decuors dall'acziun el vargau) en cumbinaziun cun certs dievers dil conjunctiv.
La retscherca sebasa sin ina reha documentaziun ord il sursilvan vegl (17/18 avel tschentaner) ed il sursilvan pli modern.
Forschungsprojekte
«Italianismen im Bündnerromanischen»
Laufzeit: April 2007 - März 2010
Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds und Institut für Kulturforschung Graubünden
Ziele des Forschungsprojekts
Das italienische Lehngut im bündnerromanischen Wortschatz soll möglichst umfassend dargestellt werden. Dazu muss der bündnerromanische Wortschatz hinsichtlich der Problematik der Abgrenzung zwischen Italianismen, Entlehnungen aus weiteren Sprachen und aus dem Latein ererbtem Wortgut untersucht werden: In welchen Fällen haben wir es mit eindeutigen Italianismen zu tun? Welche Fälle lassen eine Interpretation als Erbwort und als Italianismus zu? In welchen Fällen sind neben dem Italienischen weitere Gebersprachen plausibel (Latein, Französisch, Deutsch)?
Die Italianismen sollen nach Varietäten (in Bezug auf die Geber- und die Empfängersprache) und nach historischen Schichten klassifiziert werden: Welche Entlehnungen entstammen der italienischen Gemeinsprache und welche oberitalienischen Dialekten? Welche Entlehnungen sind im Bündnerromanischen schriftsprachlich und welche sind umgangssprachlich? Welche sind gemeinbündnerromanisch und welche haben eine beschränkte regionale Verbreitung? Welche sind an soziale Gruppen oder an Fachsprachen gebunden? Welche Gruppen von Entlehnungen sind seit wann belegt? Welche sind nicht mehr gebräuchlich?
Kontext und Bedeutung
Eine umfassende Untersuchung der Italianismen im Bündnerromanischen erlaubt es, die Stellung des Bündnerromanischen im Spannungsfeld zwischen dem deutschen Einfluss (der bisher ausführlicher beschrieben wurde) und dem Einfluss aus der benachbarten Romania genauer zu charakterisieren. Angesichts der schwankenden – auch ideologisch bedingten – Konjunktur des italienischen Einflusses im Bündnerromanischen ist die genauere Einschätzung dieser Komponente wichtig für die bündnerromanische Sprachgeschichtsschreibung sowie im weiteren Sinne für die bündnerische und schweizerische Kulturgeschichtsschreibung.
Bedeutung kommt der Untersuchung auch in forschungspraktischer Perspektive zu: Für die noch bevorstehende Redaktionsarbeit beim Dicziunari Rumantsch Grischun, dem umfassenden historischen Wörterbuch des Bündnerromanischen, das ungefähr in der Mitte seiner Publikation steht, ist eine Klärung des Gegenstandes von grossem Interesse.
Wissenschaftlicher Rahmen und Methodologie
Ausser den historischen Wörterbüchern des Bündnerromanischen werden einerseits nicht edierte und bisher nicht berücksichtigte Wörterbücher und Glossare aus dem 17.-19. Jh. einbezogen, andererseits Beiträge zu den metasprachlichen Diskussionen vom Beginn des 20. Jh. bis in die 1930er Jahre, in denen die Entlehnung von Wortgut aus dem Italienischen ausgiebig thematisiert wird. Die nicht edierten Wörterbücher und Glossare ermöglichen in verschiedenen Fällen eine genauere Datierung, eine (bessere) Dokumentation der Überlagerung von erbwörtlichen und entlehnten Formen bzw. von aus verschiedenen Sprachen entlehnten Formen und können Entscheide für oder gegen eine Interpretation als Italianismus nahe legen. Wo möglich wird das Bild unter Rückgriff auf Primärquellen verfeinert.
«Das Funktionieren der Dreisprachigkeit im Kanton Graubünden / Il funcziunament da la trilinguitad en il chantun Grischun / Il funzionamento del trilinguismo nel cantone dei Grigioni»
Laufzeit: 2001-2005
Projektleitung: Prof. Dr. Bruno Moretti (Universität Bern)
Projektteam: Dr. Matthias Grünert, Dr. Mathias Picenoni, Dr. Regula Cathomas, lic. phil. Thomas Gadmer
Finanzierung: Institut für Kulturforschung Graubünden (auch Trägerschaft), Schweizerischer Nationalfonds, Kulturförderung des Kantons Graubünden, Pro Grigioni Italiano, Lia Rumantscha
Hauptpublikation (gemeinsam mit Mathias Picenoni, Regula Cathomas und Thomas Gadmer):
Das Funktionieren der Dreisprachigkeit im Kanton Graubünden, Tübingen/Basel 2008 (Romanica Helvetica 127)
Nach Abschluss seiner Studie zur Mehrsprachigkeit im Bergell (Plurilinguismo in Val Bregaglia, Bellinzona 1998) regte Prof. Dr. Sandro Bianconi zur Erforschung des Zusammenlebens der drei angestammten Sprachen in Graubünden an. Weiterentwickelt wurde die Idee von Dr. Georg Jäger, dem Leiter des Instituts für Kulturforschung Graubünden (Chur), und von Prof. Dr. Bruno Moretti (Universität Bern), der das Projekt plante und wissenschaftlich betreute.
Zum Inhalt der Studie
Mit der Frage nach dem «Funktionieren» eröffnet sich die Vielschichtigkeit des Begriffs der Dreisprachigkeit für Graubünden, im Spannungsfeld zwischen gelebter Realität und politischen Postulaten: das Nebeneinander- und Zusammenleben der Sprachen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die individuelle Fähigkeit, mehrere Sprachen zu verwenden, der Gebrauch der Sprachen in den Institutionen sowie das im öffentlichen Diskurs verankerte Ziel, die sprachliche Vielfalt zu fördern und zu bewahren.
In 18 ausgewählten Ortschaften Graubündens untersucht die Studie den Sprachgebrauch in verschiedenen Lebensbereichen, die individuellen Sprachkompetenzen sowie die Einstellungen zu den verschiedenen Sprachen. Romanischbünden zeichnet sich durch von Ort zu Ort beträchtlich variierende Sprachsituationen sowie durch einen hohen Grad der sprachlichen Durchmischung aus. An stärker rätoromanischen Orten beobachtet man eine gewisse Integrationsbereitschaft Anderssprachiger, gleichzeitig jedoch eine Abnahme der Bevölkerung. In Italienischbünden, das sich wie ein grosser Teil Romanischbündens mit den Problemen einer peripheren Zone konfrontiert sieht, ist die Integrationskraft der angestammten Sprache dagegen unbestritten. In den unteren Abschnitten der Täler, näher an der Kantonsgrenze zum Tessin bzw. an der Landesgrenze zu Italien, stellt man insbesondere eine Stärkung des Standarditalienischen auf Kosten des Dialektes fest. Innerhalb Deutschbündens haben die beiden Minderheitensprachen speziell in der Hauptstadt Chur ein Gewicht, aufgrund der dort untergebrachten Institutionen. Im deutschen Gebiet, wo das sprachliche Entgegenkommen der Italienisch- und Rätoromanischsprachigen als selbstverständlich gilt, betrachtet man die Förderung der Minderheitensprachen als Angelegenheit der betroffenen Gruppen in ihren eigenen Gebieten, während man sich selbst einseitig auf die Weltsprache Englisch ausrichten möchte.
In den kantonalen Institutionen, in denen die Minderheitensprachen von einer stärkeren Förderung profitieren als im sonstigen öffentlichen Leben, zeichnet sich dennoch eine deutliche Hierarchie zwischen den Sprachen ab: Während das Italienische als Schriftsprache eine breite – wenn auch dem Deutschen nicht ebenbürtige – Verwendung findet, kommt das Rätoromanische vor allem als gesprochene Sprache bei den Aussenkontakten zum Einsatz.
Die in der Publikation vorgenommene Analyse macht deutlich, dass die zum Markenzeichen Graubündens erklärte Dreisprachigkeit ein «Auftrag» ist, der die politischen Akteure zu weiterem Engagement anhält.
Die Hauptteile der Publikation:
I. Einleitung (Matthias Grünert)
II. Die drei Sprachen Graubündens aufgrund der Volkszählungsergebnisse (Matthias Grünert)
III. Orte des traditionellen rätoromanischen Sprachgebietes (Regula Cathomas)
IV. Regioni del territorio di lingua italiana (Mathias Picenoni)
V. Casi particolari dell’italofonia (Mathias Picenoni)
VI. Orte des deutschen Sprachgebietes (Thomas Gadmer)
VII. Chur – Hauptstadt des dreisprachigen Kantons Graubünden (Regula Cathomas, Mathias Picenoni, Matthias Grünert)
VIII. Die Sprachen auf institutioneller Ebene (Matthias Grünert)
IX. Schluss – Conclusiun – Conclusione (Matthias Grünert)
X. Bibliographie
XI. Anhang: Fragebogen und Sprachkarten
Weitere Publikationen, die aus dem Forschungsprojekt «Das Funktionieren der Dreisprachigkeit im Kanton Graubünden» hervorgegangen sind:
Matthias Grünert, «Il rumantsch chantunal e federal sco lingua da translaziun», Annalas da la Societad Retorumantscha 121 (2008): 17-38
Matthias Grünert, «Le aree di lingua romancia e tedesca e le lingue cantonali a livello istituzionale», in: Jean-Jacques Marchand (ed.), L’italiano nel Grigioni trilingue: quale futuro? Atti del Convegno (Maloja e Castasegna, 28-29 settembre 2007), Coira 2008: 341-370 (Quaderni grigionitaliani 77/3)
Matthias Picenoni, La minoranza di confine grigionitaliana – confini soggettivi, comportamento linguistico e politica linguistica, Chur 2008 (cultura alpina)
Mathias Picenoni, «L’italiano in Bregaglia, nel Poschiavino e in Mesolcina», in: Jean-Jacques Marchand (ed.), L’italiano nel Grigioni trilingue: quale futuro? Atti del Convegno (Maloja e Castasegna, 28-29 settembre 2007), Coira: 325-340 (Quaderni grigionitaliani 77/3)
Regula Cathomas, Sprachgebrauch im Alltag. Die Verwendung des Rätoromanischen in verschiedenen Domänen: Wechselwirkungen und Einflussfaktoren, Chur 2008 (cultura alpina)
Regula Cathomas/Mathias Picenoni/Matthias Grünert,«Chur – Hauptstadt des dreisprachigen Kantons Graubünden», in: S.-J. Conrad/D. Elmiger (ed.), Villes bilingues – Zweisprachige Städte – Bilingual Cities. Akten des Kolloquiums in Biel/Bienne, 19.-20. März 2004, Neuchâtel: 83-102 (Bulletin suisse de linguistique appliquée 82)
Dissertationsprojekt «Modussyntax im Surselvischen. Ein Beitrag zur Erforschung der Morphosyntax des Verbs im Bündnerromanischen»
Laufzeit: 1995-2001
Bearbeitung im Rahmen der Assistenz am Romanischen Seminar/Institut für romanische Philologie der Universität Bern (Lehrstuhl Prof. Ricarda Liver)
Publikation: Modussyntax im Surselvischen. Ein Beitrag zur Erforschung der Morphosyntax des Verbs im Bündnerromanischen, Tübingen/Basel 2003 (Romanica Helvetica 122)
Das Funktionieren der Verbalmodi in einer bündnerromanischen Varietät wird erstmals umfassend dargestellt.
Charakteristisch für das Bündnerromanische ist die Nutzung des Konjunktivs zur Signalisierung einer der sprechenden Person fremden Perspektive (u.a. bei indirekter Rede) und zur Bezeichnung der Eventualität. Das Surselvische erlaubt aufgrund seiner Morphologie eine fast durchweg eindeutige Modusmarkierung sowie die ausdrückliche Bezeichnung der Eventualität und des Imperfekts (Verlauf in der Vergangenheit) in Verbindung mit bestimmten Konjunktivnutzungen.
Die Untersuchung stützt sich auf reiches Belegmaterial aus dem Altsurselvischen (17./18. Jh.) und dem neueren Surselvischen.
Il funcziunament dils modus verbals en in idiom romontsch vegn presentaus per l'emprema gada a vasta moda.
Caracteristic pil romontsch ei ch'ins drova il conjunctiv per signalisar ina perspectiva ch'ei differenta dalla perspectiva dalla persuna che discuora (denter auter el discuors indirect) e per indicar ina eventualitad. Il sursilvan lubescha, a basa da sia morfologia, da marcar quasi adina univocamein il modus e dad indicar expressivamein l'eventualitad ed igl imperfect (decuors dall'acziun el vargau) en cumbinaziun cun certs dievers dil conjunctiv.
La retscherca sebasa sin ina reha documentaziun ord il sursilvan vegl (17/18 avel tschentaner) ed il sursilvan pli modern.
Publikationen
Monographien
(gemeinsam mit Mathias Picenoni, Regula Cathomas und Thomas Gadmer): Das Funktionieren der Dreisprachigkeit im Kanton Graubünden/Il funcziunament da la trilinguitad en il chantun Grischun/Il funzionamento del trilinguismo nel cantone dei Grigioni. Empfehlungen des Forschungsteams, Chur, Institut für Kulturforschung Graubünden ikg, 2009
(gemeinsam mit Mathias Picenoni, Regula Cathomas und Thomas Gadmer:) Das Funktionieren der Dreisprachigkeit im Kanton Graubünden, Tübingen/Basel, Francke, 2008 (Romanica Helvetica 127)
Modussyntax im Surselvischen. Ein Beitrag zur Erforschung der Morphosyntax des Verbs im Bündnerromanischen, Tübingen/Basel, Francke, 2003 (Romanica Helvetica 122)
Aufsätze und Beiträge
«Italienischer Einfluss in Lexemverbänden und Wortformenparadigmen des Bündnerromanischen», in: Georges Darms/Clà Riatsch/Clau Solèr/Barbla Etter/Annetta Zini (ed.), Akten des V. Rätoromanistischen Kolloquiums / Actas dal V. Colloqui retoromanistic. Lavin 2011, Tübingen, Francke/Attempto [im Druck]
(Lexikographische Artikel) «meis I, meiser, meissa I, meissel I, melaccolt, melachüra, melambuglia, melampir, melamuraivel, melanconia, melanconic, melanom, melantandida, melapino, melarvschieu, melassa, melavisaivel, melazievaivel, melbadagià, melbain, Melcher, meldcumand, meldegiar, melden, melfos, melgugent, melguverno, melhfeccar, meli I, melieu I, melifluent, melilotus, melis, melismatic, melissa, melistuc, melistuel, mella I, mellan, mellania», Dicziunari Rumantsch Grischun 14 (Chur, Institut dal Dicziunari Rumantsch Grischun) [im Druck]
«Il sursilvan el contact cul talian. Consideraziuns generalas ed ina documentaziun davart il 17avel ed il 18avel tschentaner», Annalas da la Societad Retorumantscha 125 (2012): 47-106
«Does the territoriality principle work in practice? The principle’s applicability to the Romansh area in the Swiss Canton of Grisons». in: Andrea Ender/Adrian Leemann/Bernhard Wälchli (ed.), Methods in Contemporary Linguistics, Berlin, de Gruyter Mouton, 2012: 463-486 (Trends of Linguistics 247)
«IV. Vuschs da la Svizra. Idioms retorumantschs. Publicaziun originala d’Andrea Schorta. Transcripziuns foneticas da Matthias Grünert», in: Elvira Glaser/Michele Loporcaro (ed.), Stimmen der Schweiz/Voix de la Suisse/Voci della Svizzera/Vuschs da la Svizra. In historischen Aufnahmen/Enregistrements historiques/Registrazioni storiche/Registraziuns istoricas. Neu bearbeitet von Dieter Studer-Joho, Michael Schwarzenbach, Matthias Grünert, Raphaël Maître und Federica Diémoz. Unter Mitwirkung von Stephan Schmid, Frauenfeld, Huber, 2012: 123-144
«Romanischbünden: Sprachförderung in der Diskussion», Babylonia 3/11 (2011): 19-21
«Varietäten und Sprachkontakt in rätoromanischen SMS», in: Adrian Stähli/Christa Dürscheid/Marie-José Béguelin (ed.), SMS-Kommunikation in der Schweiz: Sprach- und Varietätengebrauch/Text messaging in Switzerland: Use of Languages and varieties/La communication par SMS en Suisse. Utilisation de langues et varietés/La comunicazione mediante SMS in Svizzera: usi di lingue e varietà/La communicaziun per SMS en Svizra: diever da linguas e varietads, Bern 2011: 83-113 (Linguistik online 48), http://www.linguistik-online.de/48_11/gruenert.pdf
«Ein italienischer Streifzug durch die Rumantschia», Mitteilungen VBK ikg 10:23-27 [Verein für Bündner Kulturforschung/Institut für Kulturforschung Graubünden, Chur]
«Stimmt es, dass… Graubünden dreisprachig ist?», unijournal. Die Zeitung der Universität Zürich 2009/1: 16
«Die Minderheitensprachen in der Verwaltung des dreisprachigen Kantons Graubünden», Hieronymus 2009/1: 16-24
«Einleitung», «Die drei Sprachen Graubündens aufgrund der Volkszählungsergebnisse», «Die Sprachen auf institutioneller Ebene», «Schluss – Conclusiun – Conclusione», in: Matthias Grünert/Mathias Picenoni/Regula Cathomas/Thomas Gadmer, Das Funktionieren der Dreisprachigkeit im Kanton Graubünden, Tübingen/Basel, Francke, 2008: 1-19, 25-56, 263-414 (Romanica Helvetica 127)
«Il rumantsch chantunal e federal sco lingua da translaziun», Annalas da la Societad Retorumantscha 121 (2008): 17-38
«Le aree di lingua romancia e tedesca e le lingue cantonali a livello istituzionale», in: Jean-Jacques Marchand (ed.), L’italiano nel Grigioni trilingue: quale futuro? Atti del Convegno (Maloja e Castasegna, 28-29 settembre 2007), Coira 2008: 341-370 (Quaderni grigionitaliani 77/3)
«Bildungsinstitutionen Graubündens: Volksschule, Berufsschulen, Mittelschulen und Fachhochschulen», in die oben genannte Publikation Das Funktionieren der Dreisprachigkeit im Kanton Graubünden (Romanica Helvetica 127, Tübingen/Basel, Francke, 2008) nicht aufgenommenes Kapitel aus: Matthias Grünert/Mathias Picenoni/Regula Cathomas/Thomas Gadmer, Das Funktionieren der Dreisprachigkeit im Kanton Graubünden. Forschungsprojekt unterstützt vom Institut für Kulturforschung Graubünden, vom Schweizerischen Nationalfonds, von der Kulturförderung des Kantons Graubünden, von der Pro Grigioni Italiano und von der Lia Rumantscha. Schussbericht November 2005:495-536 (überarbeitete Fassung 2007)
«Diever dal conjunctiv», «La furmaziun da pleds», in: Claudia Schmellentin/Matthias Grünert, Grammatica cumplessiva dal rumantsch grischun. Sut la direcziun da Georges Darms ed en collavuraziun cun Renzo Caduff, Uorschla Natalia Caprez ed Anna Alice Dazzi, Friburg 2006: 71-85, 226-350 («La furmaziun da pleds» auch online: http://lettres.unifr.ch/de/sprachen-literaturen/mehrsprachigkeitsforschung-und-fremdsprachendidaktik/reto/projects.html)
«Bündnerromanische Schriftnormen. Volkssprachliche und neolateinische Ausrichtungen in Romanischbünden zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und den 1930er Jahren», Vox Romanica 64 (2005): 64-93
(gemeinsam mit Regula Cathomas und Mathias Picenoni:) «Chur – Hauptstadt des dreisprachigen Kantons Graubünden», Bulletin suisse de linguistique appliquée 81 (2005): 83-102 (Beitrag am Kolloquium «Villes bilingues – Zweisprachige Städte – Bilingual Cities» vom 19.-20.3.2004 in Biel/Bienne)
«Das Funktionieren der Dreisprachigkeit im Kanton Graubünden», Bündner Monatsblatt 2003/1: 84-89
«Pressesprache und Standardisierung: Engadin und Surselva im 20. Jahrhundert», Ladinia 26/27 (2002/03): 21-40 (Beitrag am «Colloqui retoromanistich» vom 26.-28.9.2002 in San Martin de Tor / Italien)
«Der Konjunktiv als Zitierzeichen und die surselvische Modussyntax», Annalas da la Societad Retorumantscha 113 (2000): 143-58 (Beitrag am «Colloquium retoromanistic» in Sta. Maria / Val Müstair vom 16.8.-18.8.1999)
«Umgestaltungen im Modus- und Tempussystem des Surselvischen», in: Dieter Kattenbusch (ed.), Studis romontschs. Beiträge des Rätoromanischen Kolloquiums (Gießen / Rauischholzhausen, 21.-24.3.1996), Wilhelmsfeld, Egert, 1999: 162-181 (Pro lingua 31)
«Der surselvische Konjunktiv: Die Nutzung im Kompletivsatz», in: Edeltraud Werner et al. (ed.), et multum et multa. Festschrift für Peter Wunderli zum 60. Geburtstag, Tübingen, Narr, 1998: 311-328
Rezensionen
Hans Goebl et al., Atlant linguistich dl ladin dolomitich y di dialec vejins. 2a pert / Atlante linguistico del ladino dolomitico e dei dialetti limitrofi. 2a parte / Sprachatlas des Dolomitenladinischen und angrenzender Dialekte. 2. Teil, 7 vol., Strasbourg, Édition de Linguistique et de Philologie, 2012 (Bibliothèque da Linguistique Romane. Hors Série 2,1); Annalas da la Societad Retorumantscha 126 (2013) [im Druck]
*Elisabeth Burr, Verb und Varietät. Ein Beitrag zur Bestimmung der sprachlichen Variation am Beispiel der italienischen Zeitungssprache, Hildesheim etc. 1993; Vox Romanica 55 (1996): 285-289
Editionen
Das Funktionieren der Dreisprachigkeit im Kanton Graubünden, Tübingen/Basel, Francke, 2008 (Romanica Helvetica 127)
(gemeinsam mit Peter Wunderli und Iwar Werlen), Italica – Raetica – Gallica. Studia linguarum litterarum artiumque in honorem Ricarda Liver, Tübingen/Basel, Francke, 2001

