Interuniversitäres Netzwerk Iberoromanistik

Transkulturationsprozesse in der Iberoromania

Das Schweizer Netzwerk «Kontakte, Kontexte, Konzepte: Transkulturationsprozesse in der Iberoromania» bietet seit dem HS 2012 Doktorierenden im Bereich der hispanoamerikanischen und luso-brasilianischen Sprach-, Literatur- und Kultur-wissenschaft ein Forum zum gegenseitigen Austausch und zur kritischen Verortung ihrer Forschungsprojekte.

Im Zentrum steht die theoretische und historische Reflexion auf die Iberoromania als globaler, von kulturellen Transfer- und Hybridisierungsprozessen geprägter Kulturraum, insbesondere im transatlantischen Austausch zwischen der iberischen Halbinsel und Lateinamerika, einschliesslich des hispano- und lusophonen Afrikas.

Die Kooperationspartner aus den Universitäten Zürich, Bern, Basel und St. Gallen veranstalten Workshops, Seminare, Sommerschulen, Tagungen Gastvorträge im Bereich der fachlichen und methodischen Ausbildung, an denen die Doktorierenden des Netzwerks teilnehmen und sich austauschen können.

Das Doktoratsprogramm ist in drei Forschungsschwerpunkte aufgefächert:

1. Lateinamerika denken: Kolonialität, Hybridisierung, Gedächtnis

Die Veranstaltungen dieses Forschungsschwerpunktes beinhalten die wichtigsten Paradigmen der Lateinamerika-Studien über die letzten drei Jahrzehnte hinweg. Hervorgegangen aus der Refokalisierung literatur- und medienwissenschaftlicher Ansätze im Zuge der Demokratisierungsprozesse der achtziger Jahre sowie in Auseinandersetzung mit dem ‘cultural turn’ der angelsächsischen Geistes-wissenschaften, stellten die ‘Estudios Culturales Latinoamericanos’ schon früh die Austauschprozesse zwischen hoch- und populärkulturellen Ausdrucksformen in den Vordergrund. Verantwortlich: Prof. Dr. Jens Andermann.

2. Sprachkontakte in der hispanischen Welt

Unter diesen Schwerpunkt fällt die Auseinandersetzung mit dem Einfluss der Kontaktsprachen auf lokale Varietäten der Weltsprachen Spanisch und Portugiesisch, einerseits, sowie die Beschäftigung mit den vom Iberoromanischen ausgehenden Einflüssen auf die jeweiligen indigenen oder anderen Kontakt-Sprachen. Verantwortlich: Prof. Dr. Johannes Kabatek.

3. Theorie und Kritik der iberoamerikanischen Dichtung

Der dritte Forschungsschwerpunkt umfasst die Theorie und Kritik des poetischen Diskurses auf dem Gebiet der spanischen und iberoamerikanischen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Ausgehend von der Analyse der internen semantischen und formalen Wechselbeziehungen im Gedichttext sowie von der dem lyrischen Diskurs innewohnenden Mehrdeutigkeit werden für die Beschäftigung mit dem Gedicht auch die materiellen oder (literatur)historischen Rahmenbedingungen als unabdingbar erachtet. Verantwortlich: Prof. Dr. Itzíar López Guil.