Aktuelle Bücher

Stefanie Heine und Sandro Zanetti (Hg.), Transaktualität. Ästhetische Dauerhaftigkeit und Flüchtigkeit, München: Wilhelm Fink 2017.
Der Wunsch, Kunst möge die Zeit ihrer Herstellung überdauern, ist so alt wie die Kunst selbst. Doch was kann Dauerhaftigkeit bedeuten? In welchem Verhältnis steht sie zu den prinzipiell vergänglichen Momenten der Produktion und Rezeption? Wo stößt Dauerhaftigkeit an ihre Grenzen? Und wo und wie entfaltet Flüchtigkeit ihren Sinn? Im Zentrum des Buchs steht das prinzipiell spannungsvolle Verhältnis von Dauerhaftigkeit und Flüchtigkeit in den Künsten. Transaktualität meint die Art und Weise, wie Kunst in jeweils unterschiedlicher Weise über die aktuellen Momente ihrer Konkretion hinauszuweisen in der Lage ist – ohne dass man sie deswegen als zeitlos begreifen müsste.

 

 
Buchcover Transaktualitaet

 


Sandro Zanetti (Hrsg.), Improvisation und Invention. Momente, Modelle, Medien, Berlin, Zürich: diaphanes 2014.

Wenn eine Kultur etwas als Erfindung akzeptiert, dann hat dieses Etwas bereits den Status einer Tatsache erhalten, die vorhanden ist und auf ihren Nutzen oder auf ihre Funktion hin befragt werden kann. Was aber geschieht davor? Wie gewinnt das Erfundene Wirklichkeit? Wie in der Kunst, wie im Theater, wie in der Literatur und Musik, wie in der Wissenschaft? Und mit welchen Folgen? Die Beiträge in diesem Band beschäftigen sich alle mit einem Moment oder einem bestimmten Modell der Invention. Ausgehend von den jeweils involvierten Medien wird der Versuch unternommen, diese Momente und Modelle zu rekonstruieren. Um etwas über die entsprechenden Inventionen in Erfahrung bringen zu können, werden diese als Ergebnisse oder Effekte von Improvisationsprozessen begriffen: Improvisationen in dem Sinne, dass von einem grundsätzlich offenen Zukunftsspielraum ausgegangen wird, gleichzeitig aber auch davon, dass es ein Umgebungs- und Verfahrenswissen gibt, das im Einzelfall beschrieben werden kann.


Sandro Zanetti (Gast-Hrsg.), Words as Things / Wortdinge / Mots-choses (Zeitschrift figurationen 02/2013), Köln, Weimar, Wien: Böhlau 2013.

Was passiert, wenn man Wörter als Dinge konzipiert? In Einzelanalysen konkreter Texte, Schriftstücke und Wortkunstwerke widmen sich die versammelten Beiträge in diesem Heft der Dinglichkeit der Wörter in ihrer ganzen Blöße, Schönheit und Widerborstigkeit. Im alltäglichen Sprachverständnis bleibt die Welt der Wörter von der sprachlosen Welt der Dinge geschieden: Wörter und Dinge werden gemeinhin so konzipiert, dass diese einfach durch jene bezeichnet werden. Die poetische Perspektive auf Welt und Sprache sucht den Sachverhalt umzudrehen. Die Wendung zur Sprachhaftigkeit der Dinge und zur Dinghaftigkeit der Sprache steht in diesem Heft im Vordergrund.


Stefanie Heine, Visible Words and Chromatic Pulse. Virginia Woolf’s Writing, Impressionist Painting, Maurice Blanchot’s Image: Turia + Kant 2014

The book reveals a continuity of aesthetic procedures in the literary works of Virginia Woolf and impressionist paintings by Berthe Morisot, Mary Cassatt und Marie Bracquemond. The paintings and the texts extensively reflect their own medium, their materiality, the processuality of their production and their possible reception. Based on Maurice Blanchot’s philosophical works, it is elaborated how the different media represent as well as to what extent the artworks touch the boundaries of representation.


Charles de Roche, Monadologie des Gedichts. Benjamin, Heidegger, Celan, München: Wilhelm Fink 2012

Das Buch verfolgt eine Fragestellung im Grenzbereich von Philosophie und Literaturwissenschaft: die Rezeption von Gottfried Wilhelm Leibniz’ ontologischem Entwurf der Monadologie als Modell für eine Poetik im 20. Jahrhundert. Im Zentrum steht eine Interpretation poetologischer Schriften Walter Benjamins, Martin Heideggers und Paul Celans in der Perspektive ihrer Leibniz-Rezeption. Indem dabei der systematische Ort der Poetik im Kontext des Gesamtwerks dieser Autoren neu erschlossen wird, zeichnen sich zugleich Grundzüge einer Theorie der Poesie ab, die das poiein des Gedichts von der monadologischen Beziehung zwischen »einfacher Substanz« und Struktur her begreift.


Sandro Zanetti (Hrsg.), Schreiben als Kulturtechnik. Grundlagentexte, Berlin: Suhrkamp 2012

Wer schreibt, bedient sich einer Technik, die kulturell vorgeprägt ist: Das Zeichensystem ist weitgehend vorgegeben, die Bewegungen der Hand erfordern Übung, die Schreibgeräte, zumal heute, sind Produkte eines eigenen Industriezweiges. Und doch erschöpfen sich Schreibakte nicht in der Reproduktion kulturspezifischer Vorgaben. Schreiben prägt seinerseits die Kultur und ermöglicht ein kulturelles Gedächtnis. Dabei sind Schreibakte nicht nur Aufzeichnungsakte. Es sind ebenso Akte, in denen Erinnerungen, Erfahrungen und Wissensbestände produziert, artikuliert und organisiert werden. Wie und auf welchen Ebenen dies geschieht, wird in den Grundlagentexten gezeigt, die in diesem Band versammelt sind. Sie stammen u. a. von Claude Lévi-Strauss, Michel Foucault, Roland Barthes, Hayden White und Vilém Flusser.


 

Sandro Zanetti, Avantgardismus der Greise? Spätwerke und ihre Poetik, München: Wilhelm Fink 2012

Von Spätwerken ist allenthalben die Rede. Doch was kann an einem Werk ›spät‹ sein? Die vorliegende Studie versucht eine Antwort auf diese Frage zu formulieren, indem sie sich auf diejenigen Zeitbezüge konzentriert, die in einem literarischen Werk selbst markiert sein können. Spätzeitlichkeit ist dann nicht mehr einfach eine Kategorie, die von außen – über die Biographie oder die Epoche – an ein Werk herangetragen wird, sondern eine Qualität, die in der Struktur einer literarischen Arbeit selbst zum Tragen kommen kann.